Umweltmanagement in Geislingen


 


In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg können Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen ihr Umweltmanagement mit dem Zertifikat "Grüner Gockel" validieren lassen.
 
Der Grüne Gockel als zugehöriges Zertifikat ist konform mit der Europäischen Verordnung EMAS (eco management and audit scheme). Er berücksichtigt kirchliche Rahmenbedingungen mit Hilfe von ehrenamtlichen Kirchlichen Umweltauditoren und -auditorinnen sowie landeskirchlichen Geschäftsstellen zur Unterstützung der Gemeinden und Einrichtungen.
Der Grüne Gockel ist somit ein Beitrag zu einer schöpfungsgerechteren Zukunft und ein Schritt zu einer Kirche mit Zukunft.
 
Der Grüne Gockel bedeutet:
  • systematische Erfassung von direkten und indirekten Wirkungen des Gemeindelebens auf die Mit- und Umwelt
  • Stärkung der Kommunikation innerhalb der Gemeinde
  • Öffentlichkeitswirksamkeit
  • fundierte Bewertung von Einsparpotenzialen
  • Ergreifen effizienter Maßnahmen
  • stetige Verbesserung der Umweltbilanz
  • ökologisches Haushalten der Gemeinde

Nach ersten positiven Erfahrungen beschloss die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im Herbst 2002 die flächendeckende Einführung.
 
Bundesweit wurden bis Anfang 2005 mehr als 100 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen nach EMAS oder dem “Grünen Gockel“ validiert, rund 200 befinden sich im Prozess.
 
Das Kirchliche Umweltmanagement ist heute ein ausgereiftes System mit kontinuierlicher Weiterentwicklung. Beteiligte Landeskirchen und Diözesen haben sich im ökumenischen Netzwerk „Kirchliches Umweltmanagement“ (KirUm) zusammengeschlossen. Der Grüne Gockel ist somit aktive Ökumene.
 
In Geislingen fand Anfang Januar das Treffen sämtlicher Umweltteams der fünf Teilkirchengemeinden statt. Jedes Umweltteam bekam einen externen Berater, "Umweltauditor" genannt. Mit dessen Hilfe werden die Teammitglieder die Gebäude sichten und zunächst einmal Messreihen zusammenstellen über Stromverbrauch, Gas- oder Ölverbrauch, Wasserverbrauch, Papierverbrauch.  Auf der Basis der Datenerhebungen, die von einem PC-kundigen Teammitglied erfasst werden, werden dann innerhalb der Teams Vorschläge zur Umsetzung entwickelt. Wie kann man Strom sparen? Wie kann man mit weniger Wärme auskommen u. v. a.

Der “Grüne Gockel” in der Gesamtkirchengemeinde Geislingen ist nun zertifiziert.
 
Der Grüne Gockel erinnert an den Hahn, der krähte, als Petrus abstritt, zu diesem Menschen Jesus zu gehören (Lukas Evangelium). Er soll krähen, wenn wir merken, dass wir durch unser Handeln die Umwelt verachten, zerstören, missbrauchen.
 
Das Umweltteam der Diakonie-Sozialstation hat eine Bestandsaufahme gemacht vom Energieverbrauch, dem Einsatz der Ressourcen und den Umweltverschmutzungen aller Art. Daraus wurden konkrete Aufgaben abgeleitet und Verantwortliche festgelegt. Das alles kann man nachlesen in der Umwelterklärung. Blättern Sie doch einfach einmal durch die Umwelterklärung, um sich ein Bild vom „Grünen Gockel“ zu machen.
 
Die Umwelterklärung ist das zentrale Dokument des Umweltmanagementsystems und der geplanten Aktivitäten zur Verbesserung der Umweltleistung. Das Umweltteam hat diese Dokumentation erstellt und wurde dabei unterstützt durch den kirchlichen Umweltauditor Gerhard Röhm aus Hochdorf. Er war bei allen Teamsitzungen dabei und hat mit seinem Fachwissen viel zum Erfolg beigetragen. Unterstützung bekamen wir auch von der geschäftsführenden Referentin der Geschäftsstelle Grüner Gockel (Ev. Landeskirche) Helga Baur, die den Geislinger Konvoi auf dem Weg zur Zertifizierung begleitet hat.
 
Das Konzept des Grünen Gockel stellt für die Kirchengemeinden eine praktikable Form der europäischen Öko-Verordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) dar, ohne deren Wert zu schmälern.
Ob eine Kirchengemeinde den Ansprüchen dieser Verordnung entspricht, wird durch einen offiziell bestellten Gutachter geprüft. Die Kirchengemeinden der Gesamtkirchengemeinde wurden im Juli vom Umweltgutachter, Rechtsanwalt Michael Sperling aus Düsseldorf, gründlich unter die Lupe genommen. 

"Die Diakonie-Sozialstation hat zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistungen das geprüfte Umweltsystem „Grüner Gockel“ eingeführt und wurde zertifiziert. Sie ist berechtigt das Gütezeichen „Grüner Gockel“ zu verwenden."
 
So steht es in der Urkunde, die offiziell und feierlich am 9. Oktober im Paulus-Gemeindezentrum an den Geislinger Konvoi verliehen wurde. Der Konvoi, das sind die Stadtkirchengemeinde, Kirchengemeinde Weiler, Kirchengemeinde Altenstadt (Martinskirche und Markuskirche), Pauluskirchengemeinde, Kirchenbezirkskasse mit Freizeitheim Stötten, Kirchenpflege, Diakonie-Sozialstation und Evangelische Erwachsenenbildung.
 
Nach einer langen und ausführlichen Vorbereitung in den Umweltteams kommt nun die Zeit der Umsetzung. In der Umwelterklärung kann man die geplanten Aktivitäten und Verantwortlichkeiten nachlesen. Über den Fortschritt werden wir im Gemeindebrief noch des Öfteren berichten.